Mai 19, 2009

Präsident Obama setzt nationalen Abgas-Standard

Für die Umwelt und die Wirtschaft: Autos und Trucks „Made in USA“ sollen weniger Sprit schlucken und weniger CO2 ausstoßen. Darauf einigten sich jetzt Vertreter der amerikanischen Automobilkonzerne und des Weißen Hauses. Präsident Barack Obama stellte die Ziele seines neuen nationalen Abgas-Standards am Dienstag vor. So sollen die Pkw-Flotten aller am U.S.-Markt beteiligten Firmen bis 2016 einen Durchschnittsverbrauch von 35.5 Meilen pro Gallone Benzin oder Diesel aufweisen können. Die Regierung will damit 40 Prozent der Grünhausgas-Emissionen im Transport-Sektor einsparen. Mehr hier.

Februar 12, 2009

Google greift nach dem „Grid“

Nach Informationen des Nachrichtendienstes „Smart Grid News“ will Google.com in den Elektrizitätsmarkt eindringen. Die IT-Firma arbeite derzeit an einer Beta-Version des Google PowerMeter. Die Software-Plattform soll es Haushalten ermöglichen, Daten über den eigenen Energieverbrauch zu sammeln, zu verwalten und schließlich eben diesen zu reduzieren.

Laut Smart Grid News testet Google das Produkt schon länger – intern und unter strenger Geheimhaltung. Die Firma stehe aber kurz davor, mit ihrem neusten Service an die Öffentlichkeit zu gehen. Der Grund: Die amerikanische Regierung hat in ihrem riesigen Konjunkturpaket $11 Milliarden für Investitionen in die nationale Infrastruktur zur Stromversorgung und den Ausbau von „Smart Grids“ (zu Deutsch „intelligente Stromnetze“) vorgesehen.

Erste Informationen über das Produkt gibt Google bereits bekannt.

Mehr lesen zum Thema intelligentes Stromnetz können Sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Februar 10, 2009

Texas will zum Zentrum der Solarenergie werden

Der texanische Senat will grüne Jobs in den Lone Star State holen, berichtet die Tageszeitung Austin American-Statesman. Besonders auf die Solar-Energie-Branche haben es die Mitglieder der Legislative abgesehen. Denn hier hat der zweitgrößte Bundesstaat der USA, der aufgrund seiner Erdöl verarbeitenden Industrie weit mehr Energie verbraucht als jeder andere, ein großes Defizit. Nur schlappe zwölf Megawatt speisen texanische Solarzellen in das riesige Stromnetz ein – ein Gesamtanteil von nicht einmal 0,02 Prozent. Hersteller von Solarzellen gibt es lediglich einen einzigen im sonnigen Südwesten: Austins HelioVolt.

Das soll sich bald ändern. Wie genau, ist zwar noch nicht klar. Aber Vorschläge und Vordenker gibt es schon reichlich. Kirk Watson, ein Demokrat aus der liberalen Hauptstadt Austin, will ein Paket vorlegen, das texanische Energieanbieter beim Ankauf von Solarenergie unterstützt, die Technologie aus dem Bundesstaat erzeugt wird. Watson will außerdem ein Zentrum für Nachhaltige Wirtschaft ins Leben rufen, das sowohl Behörden als auch Unternehmen dabei unterstützt, Grünhausgas-Emissionen zu reduzieren.

Leticia Van de Putte, eine demokratische Abgeordnete aus San Antonio, hat ebenfalls hehre Ziele: Bis zum Jahr 2019 soll Texas 3000 Megawatt Solarstrom erzeugen – genug um eine Millionen Metropole wie Austin mit Elektrizität zu versorgen. Nur wie genau dieser Meilenstein erreicht werden soll, kann sie nicht vorrechnen.

Der einflussreiche Republikaner Troy Fraser aus Horseshoe Bay, Vorsitzender des Komitees für Wirtschaft und Handel, will Texas hingegen zum Zentrum der nationalen Solarzellenproduktion machen. Sein Vorschlag ähnelt teilweise dem deutschen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG). Privatpersonen sollen Zuschüsse in einer Gesamthöhe von $50 Million vom Staat erhalten, wenn sie in Zukunft Photovoltaik-Anlagen auf ihrem Dach installieren.

Februar 7, 2009

US Energieminister macht mobil gegen die Erderwärmung

Wenn es nach Stephen Chu geht, macht die amerikanische Regierung ab sofort Ernst im Kampf gegen die Erderwärmung. Nachdem der Senat den Nobelpreisträger einstimmig für das Amt des 12. Energie-Ministers der Vereinigten Staaten bestätigte, gab der Sohn chinesischer Einwanderer nun ein Interview, in dem er eindringlich vor den Gefahren eines fortschreitenden Klimawandels warnte. „Ich hoffe die Amerikaner werden aufwachen“, zitiert ihn die Los Angeles Times: „Ich glaube nicht, das [sie] wirklich verstehen, was passieren könnte.“

Chu warnte unter anderem davor, dass lange Trockenperioden den Westen und Mittleren Westen Amerikas plagen könnten, mit besonders schweren Konsequenzen für Kalifornien. Im schlimmsten Fall würden 90 Prozent der Schneevorräte in den Bergen der Sierra Nevada schmelzen und damit ein für die kalifornische Landwirtschaft überlebenswichtiges natürliches Wasserreservat zerstören. „Dann gebe es keine Landwirtschaft mehr in Kalifornien“, sagte Chu der Times: „Wie es mit den Großstädten weitergehen sollte, weiß ich auch nicht.“

Rückendeckung erhält der Minister durch verschiedene Studien. So erklärten Wissenschaftler an der University of California at Berkeley im vergangen Jahr, dass allein in Kalifornien Immobilien im Wert von $2.5 Milliarden – inklusive landwirtschaftlicher Gebiete – von der Erderwärmung bedroht sind.

Schon während seiner Anhörung im Senat und in einem Video auf der Internet-Seite der damaligen Übergangsregierung Obama hob Chu die Gefahr eines global Klimawandels hervor – doch wohl noch sie so direkt wie jetzt.

Um Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung zu machen, wolle die amerikanische Regierung verstärkt die Öffentlichkeit im eigenen Land über die möglichen Folgen des Klimawandels aufklären, so Chu. Zudem sollen Milliarden in die Entwicklung von erneuerbaren Energie sowie den Ausbau des Stromnetzes investiert und ein Co2-Emissionshandel eingeführt werden.

Ein weiteres Interview mit Stephen Chu gibt es im Wall Street Journal zu lesen.

Februar 7, 2009

Energiewende auf dem Arbeitsmarkt

Die Windenergie-Wirtschaft beschäftigt erstmals mehr Amerikaner als die Kohleförderung. Das geht aus einem Report der „American Wind Energy Association“ hervor. Im Jahr 2008 ist die Anzahl der Arbeitsplätze in der Windenergie auf 85000 angestiegen, ein Zuwachs von 70 Prozent. Zum Vergleich: Nure 81000 Amerikaners arbeiten heute noch unter Tage.

Der große Anstieg von Arbeitsplätzen in der Wind-Industrie kommt nicht von ungefähr. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Windenergie-Leistung in den Vereinigten Staaten um 50 Prozent angestiegen – ein neuer Rekord! 2008 kamen 8,358 Megawatt hinzu, gut ein Drittel der Gesamtkapazität von 25,170 MW.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass Windenergie längst kein Nichendasein in der amerikanischen Energiewirtschaft fristet: 42 Prozent der neu installierten Energie-Leistung Amerikas wird durch Windanlagen erzeugt. Die attraktivsten Standorte liegen im Westen: texanische Turbinen erzeugen 7,116 MW, weit mehr als die des Bundestaates Iowa, im nationalen Vergleich zweiter mit 2,790 MW noch vor Kalifornien.

Ob die amerikanische Windwirtschaft 2009 weitere Rekorde aufstellen wird, ist fraglich. Die Weltwirtschaftskrise bläst Turbinenfabrikanten wie Clipper Windpower und Gamesa ins Gesicht. Beide Unternehmen mussten bereits Arbeitnehmer entlassen. Mehr lesen.

Februar 1, 2009

„Goldenes Zeitalter“ für grüne Investitionen

Ein „Goldenes Zeitalter“ prophezeien amerikanische Investoren grünen Geschäftsfeldern. Das geht aus einer Umfrage der Allianz Global Investors hervor. Die Dienstleistungsfirma befragte mehr als 1000 Amerikaner, die für ihren eigenen Haushalt Anlagen im Wert von mehr als $100 000 verwalten.

Ein wesentlicher Grund für den Optimusmus sei die hohe Unterstützung der neuen Regierung und des neu gewählten Kongresses für den Bereich Umweltpolitik, berichtet das Internetportal Greenbiz.com über die Ergebnisse der Umfrage. Hinzukämen große grüne Bausteine im Wirtschaftsförderungspaket („Stimulus Package“) und zu erwartende Gesetzesänderungen.

Außerdem würden Investoren zusehends auf Firmen aufmerksam, die Umweltbelange als Investitionsmöglichkeiten erkennen.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • 78 Prozent der Befragten glauben, dass die Regierung des neuen Präsident Barack Obama im ersten Jahre mehr Anreize für Investitionen im Umweltbereich schaffen wird, als die Bush Regierung in acht Jahren
  • 74 Prozent der denken, dass der Kongress sich verstärkt Möglichkeiten schaffen wird, in grüne Technologies zu investieren
  • 97 Prozent sind sich sicher, dass es trotz niedriger Spritpreise wichtig bleiben wird, in erneuerbare Energien zu investieren
  • 91 Prozent glauben, dass das Lösen von Umweltprobleme ein beherrschendes Thema der kommenden Jahre sein wird
  • 78 Prozent denken, dass Umwelt- und grüne Energietechnologie das Potential haben, zur „nächsten Großen amerikanischen Industrie“ heranzuwachsen.
  • 64 Prozent sehen den Sektor der „Umwelt- und grüne Energietechnologie“ als den „attraktivsten Investionsbereich“

Januar 31, 2009

Kaliforniens geplanter Emissionshandel in der Kritik

Ab 2012 soll es in Kalifornien einen Emissionshandel geben. Pläne dazu erarbeitet derzeit das California Air Resources Board, nachdem Gouverneur Arnold Schwarzenegger 2006 Klimaschutz zum Gesetz machte. Doch die Vorstellungen der Beamten geraten in die Kritik. Zuletzt veröffentlichte das Wall Street Journal einen bissigen Leitartikel, in dem Autor Stephen Moore den Befürwortern des Handelssystem Schönfärberei vorwirft. „Sie haben die Nachteile unter- und die Vorteile weit überbewertet“, so Moore in seiner Kolumne.

Moore zitiert eine Reihe von Ökonomen, die im Auftrag des Staates das vorgeschlagende Handelssystem unter die Lupe genommen haben. Harvard Prof. Robert Stavins, unter Bill Clinton ein hochrangiger Beamter in der Umweltbehörde, sagte, die CARB-Ausarbeitungen seien „fehlerhaft“ und „unterschätzen die Kosten des System“. Auch UCLA Professor Matthew E. Kahn warnt vor wesentlich höheren Kosten.

Ob es tatsächlich einen Emissionshandel in Kalifornien geben wird, hängt vor allem von der wirtschaftlichen Entwicklung des Staates ab. Und die ist nicht gut. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 9.3 Prozent, fast doppelt so hoch wie noch vor drei Jahren. Insgesamt sind 1.5 Millionen Kalifornier arbeitlos. Im Bundesvergleich hat der Staat die vierthöchste Vollstreckungsrate von Hypotheken. Außerdem stehen Schulden in Höhe von $40 Milliarden zu Buche.

Ein Emissionshandel, dessen Kosten sowohl von Unternehmen als auch von Bürgern getragen werden (durch höhere Energiepreise), werde diese Probleme nur verstärken, schreibt Moore. Und weiter: Andere Staaten würden gut daran tun, Kaliforniens Beispiel nicht zu folgen. „Grüne Politik neigt dazu, Bundesstaaten in die roten Zahlen zu drücken.“

Januar 31, 2009

Greenwashing Index – Gegen grüne Schönfärberei

Geiz ist nicht immer geil, die Größe des Geldbeutels für viele Konsumenten nur einer von vielen Gründen zum Kauf. Immer mehr Menschen wählen Produkte, die in einen nachhaltigen Lebensstil passen. Das wissen auch amerikanische Unternehmen. Sie bemühen sich zunehmend, die grünen Tugenden ihrer Waren anzupreisen, auch wenn das oft nicht einfach ist — oder gar unmöglich.

So wurde „Greenwashing“ geboren. Der Begriff bezeichnet grüne Schönfärberei, den Versuch schmutziger Ware einen sauberen, umweltfreundlichen Mantel anzuziehen. Zum Beispiel Kohle oder Spritschluckern der Marke „Hummer“.

Auf der Internetseite www.greenwashingindex.com setzen sich Konsumenten nun zur Wehr. Sie bewerten Werbespots, die mit Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit für Produkte werben, nach ihrer Ehrlichkeit und legen einen „Greenwashing Index“ fest. Je höher der Index, desto größer der vermeintliche Betrug.

Eines der schönsten Beispiele von „Greenwashing“ ist wohl dieser Werbespot für Energie aus Kohle von General Electric (GE). So sexy kann die Arbeit unter Tage sein.

Januar 28, 2009

Energie-Politik – Obamas höchste Priorität

Eine neue Energiepolitik soll die amerikanische Wirtschaft nachhaltig stärken. Das erklärte Barack Obama bei seiner ersten Pressekonferenz als Präsident der Vereinigten Staaten am Dienstag im Weißen Haus. Das Video der Übertragung gibt es hier. Der Ausbau erneuerbarer Energien und eines moderne Stromnetzes werde eine der höchsten Prioritäten seiner Regierung sein, so Obama. Er hoffe, durch Investitionen in Milliardenhöhe kurzfristig Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen und mittelfristig amerikanische Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Zudem werde eine Konzentration auf nationale Ressourcen wie Wind- und Solarenergie die Abhängigkeit der USA von internationalen Energiequellen reduzieren und somit auch die nationale Sicherheit Amerikas stärken, so der Präsident weiter. Letztlich müsse man auch eine Führungsrolle im internationalen Kampf gegen die Erderwärmung einnehmen.

Change has come to Washington! Eine solche Marschrichtung wäre unter Öl-Baron George W. Bush undenkbar gewesen.

Obamas Energie- und Umweltagenda hat folgende Ziele:

  • 5 Millionen Arbeitsplätze schaffen durch strategische Förderung privater Unternehmen, die in grüne Energien investieren;
  • In weniger als zehn Jahren mehr Öl einsparen, als die USA derzeit aus dem Mittleren Osten und Venezuela importieren;
  • Eine Million Hybrid-Autos amerikanischer Hersteller auf die Straßen bringen, die auf einer Strecke von 150 Meilen nur eine Gallone Sprit verbrauchen;
  • Zehn Prozent des gesamten Energieverbrauchs der USA sollen bis 2012 aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden, 2025 sollen es schon 25 Prozent sein;
  • Einen Emissionshandel einführen, um CO2-Emission bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren.

Januar 22, 2009

Wie Müllsäcke aus dem Auto werfen

„Stellen Sie sich vor, Sie fahren in Ihrem Auto und nach jeder Meile schmeißen Sie ein Pfund Abfall aus dem Fenster. Und alle anderen Autofahrer auf der Autobahn machen das gleiche. Die, die einen Hummer fahren, werfen sogar zwei Säcke Abfall aus dem Fahrzeug – einen links und einen rechts. Wie würden Sie sich dabei fühlen? Nicht so toll. Aber genau das tun wir. Nur das wir es nicht sehen können. Wir produzieren durchschnittlich ein Pfund CO2 pro Meile, die wir fahren.“

Nate Lewis, California Institute of Technology, Energie-Chemiker, zitiert in Thomas Friedmans Buch „Hot, Flat, and Crowded“