Januar 7, 2009...1:44

Unkontrolliert und hoch giftig: Asche aus Kohlekraftwerken

Bei einem Unfall vergangenen Dezember nahe des Kohlekraftwerks Kingston im Bundesstaat Tennessee zerstörten vier Milliarden Liter Asche aus dem Kraftwerk 12 Häuser und überdeckten 160 Hektar Ackerland. Ein Teil der Asche gelang in den Emory River und den Tennessee River, die für hunderttausende Menschen die Wasserversorgung gewährleisten.

Die Asche entsteht beim Verbrennen der Kohle. Sie ist stark belastet mit Quecksilber, Arsen und anderen Chemikalien, wird aber üblicherweise gemeinsam mit anderen Kohleabfallprodukten neben Kraftwerken aufgetürmt – im ganzen Land an mehr als 1300 Orten, oft in unmittelbarer Nähe zu wichtigen Wasserläufen und Großstädten.

Die meisten dieser Lagerstellen seien jedoch unbeaufsichtigt und nicht reguliert, wie die New York Times berichtet. Und das, obwohl sie laut Umweltbehörde EPA eine Gefahr für die menschliche Gesundheit und Trinkwasservorräte darstellen. Auch würden die Auswirkungen der Lagerstellen auf ihre direkte Umwelt nur selten kontrolliert, schreibt die Times weiter und zitiert den Gesundheitsspezialisten Dr. Thomas A. Burke von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health: „Ihr Haushaltsmüll wird besser gemanaged. Hier gibt es ein Schlupfloch in unserer nationalen Abfallentsorgung.“

Im Jahr 2000 stand die Umweltbehörde kurz davor, die gefährliche Asche als Giftmüll zu deklarieren. Aber nachdem die Kohleindustrie mit einer großen Kampagne gegen diese Initiative kämpfte – mit dem Argument, dass zusätzliche Kontrollen die Industrie fünf Millionen Dollar kosten würden – machte die Behörde einen Rückzieher. Bis heute gibt es einen konkreten Plan, diese Abfallstoffe der fossilen Energiebranche zu regulieren.

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